Fotoausstellung "Schön anders"

„Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus, speziell im Kreis Olpe“ lautet das Thema, das sich die Besonderen Wohnformen Olpe und Wenden für 2025 gemeinsam auf die Fahnen geschrieben haben. Verschiedene Veranstaltungen im Laufe des Jahres sollen aufklären, zu Gesprächen anregen und Parallelen von aktuellen politischen Entwicklungen zu damaligen Ereignissen aufzeigen.

Während der Diktatur des Nationalsozialismus wurden rund 300 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen als „lebensunwert“ eingestuft und systematisch ermordet. Aktuelle Strömungen in Gesellschaft und Politik zeigen erschreckende Übereinstimmungen mit der vergangen Zeit: So gab es unter anderem Anschläge auf Einrichtungen für Menschen mit Behinderung – verbunden mit der offensichtlichen Forderung nach „Euthanasie“.

Den Auftakt des Projekts der Besonderen Wohnformen Olpe und Wenden bildete ein Besuch der Erinnerungsinitiative „Opfer des Nationalsozialismus in Drolshagen“ in den Gesamtteams beider Einrichtungen. Regina Stahlhacke-Schmandt und Thomas Halbe berichteten von vielen erschütternden Schicksalen und kamen mit den Mitarbeitenden getreu dem Motto der Teamsitzung „Wir bringen das Thema auf den Tisch“ in einen intensiven Austausch. Es folgte ein „Kamingespräch für alle“ in einfacher Sprache im Olper Kolpinghaus. 

Finale und Höhepunkt der Aktion war die Fotoausstellung „Schön anders“, die am Sonntag, 16. November, im Alten Lyzeum eröffnet wurde. 

Zu sehen sind Werke der Fotografin Viviane Gutheil, die das Leben von Bewohner:innen der Besonderen Wohnformen in Olpe und Wenden in seinen bunten und vielfältigen Alltagsmomenten darstellt. Dem Blick auf das „Schön Anders“ werden Fotos, Artikel und Dokumente aus der NS-Zeit gegenübergestellt: Bilder des St. Gerhardus-Hospitals Drolshagen, aus dem 77 Menschen deportiert wurden, der Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde sowie Forschungsergebnisse der Erinnerungsinitiative „Opfer des Nationalsozialismus in Drolshagen“.